Stoffspielereien: Hardanger Stickerei

Hardanger Stickerei Probestücke

Zu den letzten Stoffspielereien in diesem Jahr ist Ines vom Blog „Nähzimmerplaudereien“ Gastgeberin zum Thema „Skandinavien“. Ich habe die Hardanger Stickerei ausprobiert.

Was ist Hardanger?

„Hardanger“ ist der Name eines Fjordes in Südwest-Norwegen und die Region rundherum, von der die Stickerei ihren Namen hat.

Hardangerfjord in Südwest-Norwegen

Die Hardanger-Stickerei ist gekennzeichnet durch streng geometrische Formen mit Durchbrüchen bzw. Löchern, die sorgfältig umstickt und gefüllt werden. Die Sticktechnik selbst ist recht einfach, großteils Plattstich. Für Hardanger braucht man aber – im Vergleich zu anderen, flächenfüllenden Sticktechniken wie Kreuzstich – mehr Zeit. Meist werden die Arbeiten Ton in Ton (z.B. weiß auf weiß) ausgeführt, es gibt aber auch farbige Varianten.

Hardanger ist etwas für geduldige und genaue Menschen.

Als Grundlagen und erste Informationsquelle habe ich „Gertrud Oheims Handarbeitsbuch“ aus den 1970er-Jahren genutzt und eine Anleitung aus einem alten „Für Sie spezial“ Heft. Sehr hilfreich fand ich auch den Blogpost der erfahrenen Hardanger-Stickerin Tyche, die zum Stoffspielerei-Thema „XXL“ im Februar ihre Erfahrungen zusammengetragen hat. Tyche zeigt vor allem viele verschiedene Varianten möglicher Loch-Füllungen.

Meine Unterlagen und Materialien

Für den Anfang habe ich ein paar einfache Muster auf Karopapier gezeichnet (nach Recherchen im Internet) und meine Materialien bereit gelegt. Im Anschluss an die Stoffspielereien zum Thema „Monogramm“ im Juni habe ich mir nämlich eine Anzahl verschieden dicker Stickgarne (genannt „Coton à broder“ ) zugelegt: Das sind stärker gezwirnte, widerstandsfähige Baumwollgarne, die ungeteilt verarbeitet werden. Die Stärke des Stickgarns passt man am besten an die Fadenstärke des Gewebes an.

Kette und Schuss des Grundlagen-Stoffes sollten dieselbe Stärke haben, weil nur dann die gestickten Kästchen auch wirklich quadratisch werden. Als Probestücke habe ich mir einige kleine blaue Stoffservietten vorgenommen, die wir gut brauchen können.

Die Stickerei

Um vier Gewebefäden zu sichern, werden 5 Stiche nebeneinander gesetzt, über je 4 Gewebefäden. Die Ecken dieser kleinen Flächen nutzen jeweils dieselbe Ein- und Ausstichstelle. (Bild 1)

Schon bei diesem so kleinen Muster war ich froh, dass ich richtig gezählt habe und am Ende der Runde wieder auf exakt dieselbe Ecke getroffen bin. Für eine größere Arbeit empfiehlt Tyche, vorab Hilfsfäden in einer Kontrastfarbe einzuziehen, um eventuelle Zählfehler im Muster rasch erkennen und korrigieren zu können.

Schrittweiser Aufbau eines Hardanger-Motivs

Im zweiten Schritt (Bild 2) schneidet man gaaaanz vorsichtig einige der Gewebefäden weg. Meine wirklich gute Stickschere war zu klobig, daher habe ich eine ganz feine, spitze Nagelschere verwendet.

Danach werden die jetzt losen Fäden in der Mitte herausgezogen (Bild 3) und zur Fixierung entweder umwebt (wie in Bild 4) oder umwickelt. Anschließend können die entstandenen Löcher noch mit verschiedenen Schlaufen verziert werden.

Zum Schluss können die Löcher verziert werden.

Für das kleine Musterstück, bei dem das Zählen der Fäden recht einfach war, habe ich schon eine halbe Stunde gebraucht. Daraus kann man ungefährt hochrechnen, wie viel Zeit in größeren Werkstücken steckt!

Beim zweiten Probestück (meiner ersten Stoffserviette) habe ich außerdem festgestellt, dass Kette und Schuss des blauen Stoffes offensichtlich nicht gleich dick sind: Das Motiv ist nicht quadratisch, sondern in die Länge gezogen. Außerdem fand ich diesen blaue Stoff wirklich schwierig zu zählen. (Ich überlege, mir eine große Lupen-Lampe zuzulegen.)

Wenn Kette und Schuss nicht gleich dick sind, wird das Motiv nicht quadratisch sondern länglich.

Mein Fazit: Hardanger ist viel Zählarbeit und braucht Konzentration. Es geht viel langsamer voran als der flächenfüllende Kreuzstich, bringt aber hübsche Lochmuster. Ich kann mir vorstellen, das eine oder andere kleine Projekt damit zu machen, aber für eine große Hardanger-Arbeit fehlt mir glaube ich die Geduld…


Jetzt bin ich gespannt, was sich die anderen Stoffspielerinnen heute zum Thema „Skandinavien“ einfallen haben lassen: Ines vom Blog Nähzimmerplaudereien sammelt heute als Gastgeberin die Projekte. Schaut unbedingt bei Ines vorbei und lasst Euch inspirieren!

Nach unserer Weihnachtspause geht es dann Ende Januar weiter mit den neuen Themen für 2021: Martina vom Blog Machwerk sammelt dann alle Beiträge zum Thema „Smocking“.

Inzwischen wünsche ich Euch allen einen schönen ersten Adventsonntag und eine feine Weihnachtszeit. Bleibt gesund!

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit?

Die nächsten Termine:

31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk 
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei „Siebensachen zum Selbermachen“. Meine Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.

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33 Kommentare

    • Bei den Stoffservietten, die ich für den Alltag etwas aufhübschen möchte bzw. als Übungsobjekte verwenden. Liebe Grüße, Gabi

  1. Liebe Gabi,
    wie schön, dass Du Hardanger ausprobiert hast – mir wäre das vermutlich auch zu kleinteilig und futzelig. Ohne die Lupenlampe würde da bei mir nichts gehen – mittlerweile habe ich wenigstens eine Lupenbrille…
    Interessant, wie sich da so ein minimaler Unterschied bei den Kett- und Schußfäden auswirkt.
    Liebe Grüße
    Ines

    • Gell? Vom reinen Ansehen her hätte ich angenommen, dass bei dem blauen Stoff die Kettfäden und die Schussfäden gleich dick seien. Ich hätte natürlich vorher die Kett- und Schussfäden abzählen können, dann wäre es kein Ratespiel geworden. Es gibt da ganz witzige und feine kleine Lupen inklusive Lineal und Beleuchtung, mit denen das eigentlich ganz toll geht. (Meine habe ich glaube ich beim Bloggerinnentreffen in Köln der Constanze abgekauft.) Wie auch immer: Ich bin froh, es ausprobiert zu haben, und glaube, es ist Zeit für eine Sticklupe mit Ringlampe. Gute Beleuchtung am Arbeitsplatz ist nie verkehrt! Liebe Grüße, Gabi

  2. Hut ab liebe Gabi, die Stickerei ist nicht ohne und dir ausnehmend gut gelungen. Ganz toll ist auch die akribische Anleitung mit sehr deutlichen Fotos. Ich hatte das mal vor langer Zeit in meiner Schulzeit gelernt und ein kleines Deckchen genäht, kann mich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern wie ich das gemacht hatte. Der Name passt zum Thema, dein Versuch ist sehr gut gelungen, du bist eine Erfahrung, ein Erfolgserlebnis reicher – alles optimal.
    LG eSTe

    • Liebe eSTe, danke Dir! Ich nutze die Stoffspielereien wirklich so gerne zum Ausprobieren von unbekannten Techniken. Wenn das Probestück dann sogar noch einen Nutzen hat – wie diesmal ausnahmsweise wieder, auf der Serviette – dann umso besser. Muss aber nicht. Liebe Grüße, Gabi

  3. Die Hardanger Stickerei erinnert mich an meine Mutter. Sie hatte eine Tischdecke damit aufwendig bestickt und war sehr stolz darauf. Allerdings hatte sie aus lauter Furcht etwas falsch zu machen, nicht alle Löcher aufgeschnitten. Aber das sah man nur als Eingeweihte.
    LG Gabi

    • Darauf kann sie auch wirklich stolz sein! Eine ganze Tischdecke auf diese Weise ist ein wirklich aufwändiges Projekt! Und ich verstehe auch die Furcht vorm Aufschneiden: Ich habe mich sicher zehn Mal bei der Vorlage rückversichert, ob ich auch wirklich die richtigen Fäden abschneide. Einige sollen ja auch in der Mitte stehen bleiben… Liebe Grüße, Gabi

  4. Ups, da hab ich wohl beim ersten Mal nicht auf senden* gedrückt?
    Die Ergebnisse Deiner Stickerei sind so schön!
    Lochstickerei lernte früher die junge Frau in der Hausarbeitsschule oder/und daheim. Meine Großmütter haben ganze Tischdecken in dieser Art umstickt und meine Mutter hat das auch noch gelernt. (Ich muss Sabine übrigens Recht geben, es werden die Fäden zumindest bei der deutschen Lochstickerei* gezogen, nicht geschnitten, ist das in Deinem Buch über die Variante aus Norwegen?)
    Jedenfalls finde ich Deine Stickerei wirklich wunderschön, vor allem das blaue!
    Herzliche Grüße
    Nina

    • Hatten die Frauen früher einfach mehr Zeit? Oder liegt es daran, dass früher möglichst viele Minuten des Tages für „Nützliches“ verwendet werden sollten? Na, es gibt ja jetzt auch gerade wieder einen Trend zur Entschleunigung und zum Sticken mit der Hand, vielleicht kommt und geht das in historischen Phasen. Ich glaube, ich habe mich oben im Text nicht klar genug ausgedrückt, ich werde das noch einmal klarer schreiben. Ich freu mich, dass Dir die Stickerei gefällt! Liebe Grüße, Gabi

  5. Liebe Gabi!
    Da kommen mit deiner Hardanger-Stickerei Erinnerungen zurück. Hab das vor langer Zeit auch schon mal gemacht. Muss ich direkt mal wieder herauskramen.
    Sehr schön ist deine Stickerei geworden!
    Liebe Grüße Karin

    • Danke Dir, liebe Karin! Ich wollte die Hardanger Stickerei schon lange mal ausprobieren. Ich hatte gedacht, es wäre komplizierter, aber eigentlich muss man „nur“ ganz genau zählen. Liebe Grüße, Gabi

  6. Auch ich habe bei Dir erst mal die geografische Zuordnung dieser Technik gelernt. Danke dafür.
    Die Technik an sich finde ich spannend und habe Respekt davor wegen den Schnitten. Deine Farbauswahl mag ich, ist bestimmt schön als Serviette.
    LG Ute

    • Vor dem Reinschneiden hatte ich auch Respekt! Lieber doppelt und dreifach schauen, ob man an der richtigen Stelle schneidet! Aber an und für sich ist es kein Hexenwerk. Liebe Grüße, Gabi

  7. Liebe Gabi,

    da hast Du Dich an die Hardangertechnik getraut, obwohl sie für Dich „filigran‘ ist, alle Achtung!
    Das blaue Gewebe ist nicht fadengleich, da ergibt sich kein gleichmäßiges Stickbild.
    Der Zeitaufwand für Stickereien wird nach meiner Erfahrung meistens unterschätzt.
    Übrigens schneide ich die „Löcher“ nicht als Quadrat aus dem Stoff, vielmehr schneidet man die entsprechenden Kett- und Schussfäden durch und zieht den Faden dann heraus.
    Diese Arbeit erfordert wirklich hohe Konzentration, ein falscher Schnitt kann die Stickerei ruinieren oder erfordert zumindest aufwendige Rettungsarbeiten, leider habe ich auch darin Erfahrung.
    Toll, Du hast es ausprobiert und nennst mich auch noch „Expertin“, dankeschön.
    Liebe Grüße
    Tyche

    • Liebe Sabine, „fadengleich“ das ist das Wort! Ich hätte den blauen Stoff vorher unter der Lupe auszählen sollen, dann hätte ich es gleich bemerkt. Du hast auch Recht mit dem Durchschneiden, ich werde das oben im Text ausbessern. Brrr, auf die Rettungsarbeiten falsch durchschnittener Fäden kann ich aber auch verzichten… Ich freu mich, es ausprobiert zu haben. Kleinere Arbeiten damit kann ich mir durchaus vorstellen! Liebe Grüße, Gabi

  8. Liebe Gabi, Deine Hardanger-Versuche schauen richtig, richtig gut aus! Und in so reduzierten kleinen Mustern ist der zeitliche Aufwand vielleicht auch überschaubar? Schön finde ich ja auch Deine Einschätzung „für geduldige und genaue Menschen“… Herrlich!!!
    Vielen Dank, dass ich aweng zuschauen durfte, liebe Grüße an Dich
    Katrin

    • Ja, richtig! Das ist der Vorteil der Stoffspielerei, dass ich nur was Kleines ausprobiere, und das bleibt ja tatsächlich im Rahmen. Danke fürs Zuschauen! Liebe Grüße, Gabi

  9. Wow, toll, dass Du diese Stickerei ausprobiert hast – ich habe etwas davor zurückgeschreckt und doch etwas anderes ausgesucht 😉 Und ehrlicherweise denke ich mittlerweile auch über eine Lupen-Lampe nach… Liebe Grüße!

    • Ich finde Deine wunderbar bunte Påsöm Stickerei so grandios! Ich habe im Frühjahr einen dunkelblauen Nasen-Mund-Schutz genäht, den ich nicht gerne trage, weil er so ernst wirkt. Da würde so eine Påsöm wunderbar drauf passen! Fehlt nur das passende, etwas dickere Wollgarn. Ab Montag sollen hier die Läden wieder aufsperren, dann wandere ich mal in mein Lieblings-Handarbeitsgeschäft. Danke für die Inspiration! Und ganz ehrlich: Schön langsam bin ich wirklich zu alt, um bei schlechter Beleuchtung kleinteilige Dinge zu werkeln. 🙂 Liebe Grüße, Gabi

  10. Hardangerstickereien bewundere ich sehr und weiß den Aufwand zu schätzen. Besonders auch weil ich weder zu den Geduldigen noch zu den Genauen gehöre.
    Danke für den interessanten Blogbeitrag.
    LG Ute

    • Liebe Ute, wie gut, dass wir nicht alle geduldig und genau sind! Das wäre doch total langweilig! Du bist halt eher künstlerisch-experimentell unterwegs, womit ich nicht so viel Erfahrung habe, was ich aber sehr inspirierend finde. Schön, dass wir so vielfältig sind! Liebe Grüße, Gabi

  11. „Gertrud Oheims Handarbeitsbuch“ – das klingt schon so wunderbar retro. Jetzt habe ich wieder was gelernt, denn diese Technik habe ich schon gesehen, hätte aber die Herkunft nicht einordnen können. Deine Farbkombinationen sind schön, der Kontrast gefällt mir. Für mich wär Hardanger nichts, weil ich dafür zu ungeduldig wäre…

    • Hihi, das Buch IST auch retro! Hat aber tatsächlich ganz gute Anleitungen für viele Handarbeitstechniken. Meist mit Schemazeichnungen, die für den Start auch ausreichen. Ungeduld würde ich mal sagen liegt im Auge der Betrachterin: Weil was Du schon geduldig french knot an french knot gesetzt hast auf Blusen und Täschchen, das bewundere ich doch sehr! Ach, ich freu mich, dass diese Stoffspielereien wieder so herrlich vielfältig sind an Materialien und Techniken! Liebe Grüße nach New York! Gabi

  12. Nun haben wir beiden den Aalto links liegen lassen… Er bot einfach nicht genug „Stoff“.
    Puh, Hardanger ist etwas für Hardcore-Kreuzstickerinnen, so viel gleichmäßiges Sticken und Zählen. Dann lieber Sashiko, oder? Ist auch geometrisch, geht aber viel schneller.
    Liebe Grüße Christiane

    • Ja, ganz eindeutig: Sashiko füllt die Flächen schneller als Hardanger! Und ich mag Deinen gepixelten Stern-Topflappen so, so gern, den Du heute zeigst! Habe schon ein von Dir inspiriertes Projekt im Auge. Liebe Grüße, Gabi

  13. Dein hardanger in blau ist sehr schön! Ich habe es mal einen Tischläufer weiß in weiß gemacht und ihn dann verschenkt, weil diese Art nicht in meinen Haushalt passt. Immerhin habe ich es probiert.
    Schöne Adventsgrüße und auf ein kreatives 2021. Liebe Grüße, Elvira

    • In meinen Haushalt passt das auch nicht wirklich, zumindest nicht als Tischläufer. Als kleiner Akzent auf blauen Stoffservietten jedoch schon. Ich hoffe, 2021 lernen wir uns auf der Nadelwelt endlich auch persönlich kennen! Liebe Grüße, Gabi

  14. Siebensachen

    Hardanger – ich kann mich erinnern, dass das mal eine Zeitlang von Handarbeiterinnen gemacht wurde. Gab (oder gibt?) es nicht sogar spezielle Zeitschriften darüber? Ich mag das Gradlinige und farblich Zurückhaltende. Ich wusste auch nicht, dass die Technik aus Norwegen kommt, hätte bei dem Namen aber darauf kommen können.
    LG
    Siebensachen

    • Ja, ich glaube es gibt oder gab Zeitschriften und eine ganze Hardanger-Community! Zumindest habe ich bei der Recherche einiges gesehen, bin dem aber dann nicht nachgegangen. Wo auch immer man hineinschnuppert, es eröffnen sich neue (Handarbeits-)Welten, nicht wahr? Liebe Grüße, Gabi

  15. Aah, das kommt aus Norwegen— wieder was gelernt.
    Diese Stickereien sind echt eine Fleiß- und Zählarbeit, ich kann mir schlecht vorstellen dass in unseren Zeiten sowas noch im größeren Stil gemacht wird. Viele haben noch irgendwelche Deckchen einer verstorbenen Großtante bei den Eltern im Schrank in Erinnerung. Das zeigt schon, dass das grundsätzlich wertgeschätzt wird, wohl wegen der Kunstfertigkeit und sichtbaren Zeitinvestition. Aber ich kenne wirklich niemanden der das noch sichtbar verwendet.
    Wie geht man mit solchen Schätzen um?
    Schwierig…..
    Aber dadurch dass du das selbst probiert hast weißt du das sicher noch mehr zu schätzen.

    • Ich bin ja gespannt, welche Techniken beim zunehmendem Fokus auf Entschleunigung und Handarbeit bald wieder hervogeholt werden, hihi. Derzeit Makramee (mich schaudert immer noch), vielleicht bald wieder Hardanger? Wohl eher nicht. Oder wenn, dann nur kräftig modernisiert. Solche Schätze, wenn ich welche hätte, würde ich hegen und pflegen und hin und wieder streicheln. Sie sind wohl eher museal. Im größeren Stil würde ich meine Wohnung nicht damit verzieren wollen, auch nicht mit Häkel- und Strickdeckchen. Aber als kleinen, grafischen Akzent auf einer Stoffserviette finde ich es ganz schön. Liebe Grüße, Gabi

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