Herzlich willkommen zu den ersten Stoffspielereien im neuen Jahr! Gabi vom Blog „langer Faden“ hat dazu eingeladen, unsere Bücherregale zu sichten und „ein Buch als Inspiration“ zu verwenden. Ich habe einen kleinen Test für ein größeres Projekt gestickt, und dabei eine Transfer-Methode ausprobiert.
Das Buch „Jane Austen Embroidery“ (ISBN 978-1-911624-40-0) habe ich letzten Sommer (2025) aus England mitgebracht, als ich dem Shop der Royal School of Needlework im Hampton Court Palace einen Besuch abgestattet habe. Eigentlich bin ich wegen eines Goldwork-Stickpaketes hingefahren (aber das ist eine andere Geschichte), und dann hat mich dieses Buch mit seinen floralen Mustern auf dem Titelblatt angelacht. Der Untertitel lautet „authentische Stickprojekte für moderne Stickerinnen“. Und als mir beim Durchblättern des Buches mehr als drei Projekte auf Anhieb gefielen, habe ich es mir gegönnt.

Nach einer kurzen historischen Einführung über das Sticken als Freizeitbeschäftigung von Frauen zur Zeit Jane Austens beschreibt Jennie Batchelor die Quelle für die in diesem Buch gezeigten Stickmuster: Das sehr populäre „The Lady’s Magazine; or Entertaining companion for the Fair Sex“, das mit 13 Ausgaben pro Jahr von August 1770 bis 1832, mit bis zu 15.000 Exemplaren pro Ausgabe veröffentlicht, und ganz Europa sowie in die USA verkauft wurde. Das Magazin berichtete über ein breites Themenspektrum, und fast jeder Ausgabe waren ein Notenblatt mit einem Musikstück sowie eine Vorlage für ein Stick-Projekt beigelegt.
Solche Magazine wurden damals meist am Ende des Jahres von einem Buchbinder zu einem Jahresband gebunden. Dabei wurden die Stickvorlagen aber nicht mitgebunden, denn die waren ja zum Gebrauch bestimmt, und sie wurden auch verwendet! Deshalb sind von über 600 Mustern, die insgesamt in diesem Magazin erschienen sind, nur wenige erhalten geblieben. Jennie Batchelor entdeckte zufällig beim Kauf eines alten Sammelbandes fünf solche Stickmusterblätter zwischen den Seiten. Sie teilte ihren Fund auf Social Media, das löste eine Welle der Begeisterung und einen einen stitch-along aus, der in einer Ausstellung zum 200. Geburtstag zum Erscheinen von Jane Austen’s Roman „Emma“ mündete.
Im Buch finden sich 15 Muster aus den 1770er- bis 1810er-Jahren, die mit ausführlichen Anleitungen ergänzt wurden, die gebildete Frauen im 18. Jahrhundert nicht gebraucht hätten, weil sie seit frühester Kindheit an in der Kunst des Stickens geübt waren.
Besonders angesprochen hat mich das Projekt einer grünen Schürze mit Blättern und „Feuerblumen“. Dieses Muster möchte ich gerne auf Blusenärmeln umsetzen!

Aber bevor ich dieses große Stickprojekt angehe (in das wieder viele Stunden fließen werden), habe ich endlich einmal ausprobiert, wie das Übertragen von Stickmustervorlagen auf dunkle Stoffe mittels der „prick and pounce“ Methode funktioniert. Auf Deutsch wird die Methode oft als „Prickeln und Pausen“ übersetzt, weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind „Durchstechen und Durchstauben“, „Nadelpausen“ oder einfach „Pausen“ als Oberbegriff.
Beim „Prickeln“ wird zunächst die Kontur einer Vorlage mit einer Nadel durchstochen, um eine aus feinen Löchern bestehende Schablone zu erstellen. Beim „Pausen“ wird anschließend ein feines Pulver („Pauspulver“; dunkles Pulver für helle Stoffe, helles Pulver für dunkle Stoffe) mit Hilfe eines kleinen Stoffbündels durch die Löcher der Schablone gerieben. Diese Methode eignet sichb besonders gut, wenn man aus irgendwelchen Gründen die Vorlage nicht direkt auf den Stoff abpausen kann, beispielsweise im Gegenlicht am Fenster oder mittels einer Lichtquelle von unten (Leuchtpad).


Zuerst paust man also das Muster mit einem Bleistift am besten auf Transparentpapier durch (wie es im Geometrisch Zeichnen Unterricht verwendet wird) durch, weil dieses Papier schön fest ist. Dann legt man das Transparentpapier auf eine weiche Unterlage und sticht die Vorlage mit einer Nadel nach, die Löcher in Abständen von ca. 3 mm. Die weiche Unterlage ist wichtig, damit die Löcher groß genug werden. Und in einem Video habe ich den Tipp gesehen, die Nadel in eine Halterung einzuspannen. Kann man machen, aber es geht auch ohne Halter, wenn man keinen besitzt.


Dann kann man diese Schablone auf den Stoff legen und gegebenenfalls mit Klebestreifen ein bisschen fixieren. Ich habe mir ein kleines Stoffbündel mit ein bisschen Watte als Füllung gebunden, und den Kreidestaub aus einem Clover Kreidestift (den ich machmal beim Abpausen von Schnittmustern verwende) in ein kleines Schüsselchen gegeben. Dann habe ich mit dem Bündelchen ein bisschen Kreidestaub aufgenommen und mit leicht kreisenden Bewegungen über die Schablone gerieben. (Auf YouTube findest du zahlreiche Videos zu diesem Vorgang.)


Das funktioniert wirklich überraschend gut! Die Kreidepunkte zeichnen sich deutlich auf dem dunklen Stoff ab. Damit die Zeichnung während eines länger andauernden Stickprojektes nicht einfach wieder verschwinden, weil die Kreide sehr leicht abgeht, zeichnet man im letzten Schritt der Muster-Übertragung die Punkte noch einmal mit einem haltbareren Stift nach. Ich habe einen Minenstift von Prym und einen gewöhnlichen weißen Buntstift auf dem Baumwollstoff ausprobiert: beides ist gut sichtbar, hält während des Stickens, und geht aber mit vorsichtigem Waschen auch wieder ab.


Der Stoff, den ich für die Bluse verwenden möchte, ist allerdings keine dicht gewebte, glatte Baumwolle, sondern ein gröber gewebter, leicht angerauhter Wollstoff. Die punktierte Kreidelinie erscheint auf diesem Stoff verwaschen, und auch das Nachzeichnen bringt nicht die scharfen Kanten, die ich mir für dieses Projekt wünsche. Gut, dass ich das vorher ausprobiert habe!

Für das folgende größere Blusen-Projekt werde ich daher sehr wahrscheinlich Soluvlies verwenden, das ist ein dünnes Vlies, das sich beim Kontakt mit Wasser auflöst. Man paust das Muster auf das Vlies durch, befestigt das Vlies mittels Heftstichen auf dem Stoff, stickt das Motiv, und wäscht abschließend das Vlies wieder aus. Ich werde vorab noch an einem kleinen Stück ausprobieren, wie sich das Soluvlies mit dem Wollstoff verträgt.

Das gesamte Ranken-mit-Blüten-und-Blätter-Muster ist echt aufwändig. Aber ich mag das SEHR.
Das war meine Spielerei für heute, und bin stolz, dass ich nach einem halben Jahr Stoffspielerei-Abstinenz wieder einmal dabei bin!
Danke an Kerstin, die die Stoffspielereien seit letzten Herbst koordiniert, und danke an unsere heutige Gastgeberin Gabi vom Blog Langer Faden, die das Thema vorgeschlagen hat und heute die Beiträge sammelt.
Ich bin gespannt darauf, von welchen Büchern sich die anderen Teilnehmerinnen inspirieren haben lassen. Begleitest du mich auf einem Rundgang durch die heutigen Beiträge?
Weiter geht es mit den Stoffspielereien am Sonntag 22.02.2026 zum Thema „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar. Bis dahin wünsche ich dir gute Wintertage, pack dich gut ein und genieß die Spaziergänge in der eiskalten, klaren Winterluft!
Die Stoffspielereien
Bist du auch eine Stoffspielerin?
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Lass dich vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Wenn du mitmachen möchtest – auch ohne eigenen Blog – kannst du auch einen Gastbeitrag zu den Stoffspielereien schreiben. Dafür solltest du dich spätestens eine Woche vor dem Termin mit Bildern und Text per E-Mail bei mir melden.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen, findest Du auf stoffspielereien.net. Meine eigenen Beiträge zu den Stoffspielereien sind hier versammelt.
Die Stoffspielerei-Termine 2026
- 25.01.2026: „Ein Buch als Inspiration“ bei Gabi / langer Faden
- 22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei Anne Sophie / HeyyOskar
- 29.03.2026: „Taschen“ bei Sylvia Franziska und Sabine Michaela / Petersilie & Co.
- 26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei Karen / Feuerwerk by KAZE
- 31.05.2026: „English Paper Piecing“ bei Ute / 123-Nadelei
- 28.06.2026: „Tierisch“ bei Elvira / zwisch-en-durch
- 27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens „ bei Sabine / Tyches Touch
- 25.10.2026: „Schablonieren“ bei Beate / Siebensachen zum Selbermachen
- 29.11.2026: „Teppiche“ bei Gabi / made with Blümchen (= hier, bei mir)




Das ist ja hochinteressant! Danke für den Einblick in diese Technik der Musterübertragung. Dein Kleines Stickmotiv sieht sehr hübsch aus; bestimmt wirst du uns dann die Bluse auch zeigen. (Ich habe übrigens passend zum Jubiläum kürzlich mal wieder Northanger Abbey gelesen.)
LG
Beate
Stimmt, es ist ja dieses Jahr Jane Austen Jubiläum! Ich habe mir zur Einstimmung zur Stickerei „Stolz und Vorurteil“ in der Verfilmung mit Keira Knightley angesehen. 🙂 Gelesen habe ich noch nicht EIN Buch von Jane Austen. Wird vielleicht einmal Zeit? (Auf meinem Nachtkästchen türmen sich derzeit ausschließlich Sachbücher.) Liebe Grüße, Gabi
Ein interessantes Buch aus einem besonderen Laden (war ich auch mal). Die Stickerei ist wunderschön und wirkt auch einzeln schon.
Danke für Deine Erfahrungen beim Muster übertragen, das ist immer mal nötig und Varianten ohne chemische Stifte finde ich von Vorteil. Hier gibt es ein paar Monogrammschablonen mit Loch-Kontur.
LG Ute
Chemische Stifte sind die eine Variante, und so ein Soluvlies ist eine andere. Wobei ich nicht ganz sicher bin, woraus Soluvlies wirklich besteht, und ob ich beim Auswaschen nicht lauter Mikroplastik in die Kanalisation spüle… Danke für die Erinnerung an Monogrammschablonen! Hab ich mir mal welche für die Stoffspielerei „Monogramm“ zugelegt, und jetzt sind sie irgendwo sehr tief verstaut und versteckt. Wäre eine gute Gelegenheit, sie mal hervorzuholen. Liebe Grüße, Gabi
Jane Austen muss echt für einiges herhalten (sagt diejenige die ein Jane Austen Knits Heft ihr eigen nennt). Das Muster das du dir ausgesucht hast gefällt mir gut. Aber vermutlich wäre ich bereits bei der aufwändigen Art der Musterübertragung raus, vom Sticken reden wir besser gar nicht. Auf die fertige Bluse bin ich nun jedenfalls umso mehr gespannt.
Die Geschichte zu dem Buch finde ich sehr nett.
Liebe Grüße, heike
Liebe Heike, bis die Bluse fertig ist, wird es noch eine Weile dauern. Aber das macht ja nichts, ich freue mich auf den Prozess. Derzeit jongliere ich mit einem ehemaligen Rahmen für Seidenmalerei (sehr sperrig), aus dem Nachlass meiner Schwiegermutter, weil ich den Stoff zum Besticken möglichst flach aufspannen soll. Runde Stickrahmen eignet sich bei so einer leicht dreidimensionalen Arbeit, und mit Pailetten, nicht so gut, weil sie zu sehr quetaschen. Überlege gerade, ob ich mir nicht doch noch einen rechteckigen Stickrahmen zulegen soll. Oder ich warte damit, bis ich bei meinem ersten Kurs in der RSN den idealen Rahmen empfohlen bekomme. 🙂 Und arbeite in der Zwischenzeit mit dem, was ich habe… Liebe Grüße, Gabi
Wow, diese Stickerei mag ich auch sehr. Danke, dass Du die Prick-and Pounce Methode mit dem pragmatischen Kreidebeutel gezeigt hast. Ich habe mich immer gefragt, wie man wohl das Pulver geschickt in die Löchlein stäubt, aber ich hatte mir auch noch keine Videos dazu angeschaut 😉 Ich würde mich freuen, über Deine Erfahrungen mit der großflächigen Stickerei zu lesen, ich habe da gerade da so eine fixe Idee im Kopf, nach dem ich soviele Bücher durchgeblättert habe …. Ich hatte bei bei einer Sashiko-Stickerei Solufix verwendet, auf das ich die Stiche aufgezeichnet und dann auf die Vorderseite geklebt hatte. Leider hatte ich damit nicht so viel Freude, da ich die farbliche Wirkung der Stiche auf dem Stoff beim Sticken nicht sah, da fehlte mir einfach der tatsächliche Stoffhintergrund. Und zu warten, bis ich alles gestickt hätte, dafür bin ich zu ungeduldig 😉 Ich denke, und ich hoffe Du verstehst meine Anmerkung, das muss man für sich ausprobieren. Und vielleicht ist es mit Soluvlies da auch anders. Ganz liebe Grüße!
Ich probiere das mit dem Soluvlies jedenfalls auch vorher auf einem kleinen Stück Stoff testhalber aus. Vor allem, wie sich die klebrige feuchte Masse dann tatsächlich auswaschen lässt. Das Soluvlies ist ja durchsichtiger als Solufix, klebt aber auch nicht auf dem Stoff. Ich bin gespannt. Beim großflächigen Sticken ist meine derzeitige Herausforderung, das Werkstück in einen rechteckigen Rahmen möglichst flach einzuspannen. Vor allem, weil die Stickerei teils unterlegt wird und dadurch leicht dreidimensional ist, und auch, weil ich die Pailetten nicht in einem runden Stickrahmen quetschen will… Mehr dazu dann in mehreren Monaten, wenn die Arbeiten an den Ärmeln fortgeschritten sind… Liebe Grüße, Gabi
Liebe Gabi,
das Muster, welches Du dir da ausgeguckt hast, ist entzückend! Pausbeutel und Co. habe ich im Theater kennengelernt und wir haben regelmäßig Muster auf große Papierbahnen übertragen und dann mit Kohle auf die Bühnenprospekte durchgepaust. Super Technik!
LG Kristina
Ach, wie spannend! In XXL abpausen, das würde ich gerne mal in Aktion sehen! Liebe Grüße, Gabi
Wie aufwändig das Pausen doch ist, im Vergleich zum Aufbügeln von Mustern ( meist in Blau). Ich frage mich auch immer, welches Material gut auf dunklen Stoffen sichtbar bleibt. Schneiderkreide geht manchmal oder ein wachshaltiger Buntstift. Dein Blümchen ist sehr hübsch und ich fand auch die hellen Pailletten auf dem Muster so belebend. Wie schön, dass du wieder einmal Zeit zum Spielen gefunden hast, zwischen all deinen Aktivitäten. Liebe Grüße
Ja, aufwändig ist es, und auf allen Stoffen hält das Durchgepauste nicht so gut, wie ich jetzt feststellen musste. Aber spannend, dass das Pausen nicht nur bei Stickmustern Anwendung fand, sondern auch in der Malerei – wie ich aus den Kommentaren erfahren habe. Die eigentliche Arbeit (der Ärmel) lässt sich in einer Spielerei nicht umsetzen, aber ich freu mich drauf. Danke für deinen netten Kommentar! Ich bin auch froh, wieder einmal dabei zu sein. Die Zeit „habe“ ich nicht einfach, die mus sich mir nehmen. Liebe Grüße, Gabi
Schön, dass du wieder dabei bist!
Und ich habe schon wieder eine neue Abpaustechnik gelernt. Danke!
Bin schon auf dein neues Großprojekt gespannt! Ich liebe solche Details.
Liebe Grüße,
Maria
Ja, ich bin auch sehr froh, dass ich mir wieder mal die Zeit für die Stoffspielereien genommen habe! Auf die Fertigstellung des Großprojektes werden wir noch eine Weile warten müssen, aber ich freue mich auf die Arbeit daran. Im letzten Jahr habe ich viel langsam aber stetig an Großprojekten gearbeitet, und deshalb auch weniger gebloggt. (Weil es weniger fertige Dinge zu zeigen gab, und ich nicht so gerne Zwischenstände poste.) Mal sehen, wie das dieses Jahr wird, mit dem Bloggen. Freude macht’s mir nach wie vor. Liebe Grüße, Gabi
Liebe Gabi, eine Vorzeichnung auf dunklen, weichen oder samtartigen Stoff zu übertragen ist immer wieder eine Herausforderung, da bietet Soluvlies wirklich große Hilfe.
Die Methode, per gestichelter Linien und Kreide Konturen aufzuzeichnen, lernte ich im Kunstunterricht bei der Ölmalerei. Da darf man nämlich auch nur mit Kreide vorzeichnen, danach werden die Linien mit Tempera durchgezogen. Den nötigen „Stichel“ habe ich noch.
Mit dem Blusenprojekt hast du dir viel vorgenommen, aber das wird bestimmt prächtig!
Diese Stickschule in Hampton Court ist doch ein Paradies für Handarbeitsfans, eine große Verlockung.
Ich freue mich sehr, wenn du dieses Jahr wieder mehr Zeit für Stoffspielereien aufbringen kannst, liebe Grüße von Tyche
Liebe Tyche, die „Royal School of Needlework“ (RSN) in Hampton Court Palace veranstaltet auch immer wieder tolle Ausstellungen; leider war bei meinem Besuch gerade keine geöffnet. Ich liebäugele schon lange damit, dort einmal einen Kurs zu besuchen, oder gar die „kleine Ausbildung“, die Blackwork, Goldwork und andere für mich faszinierende Sticktechniken beinhalten. Nachteil: langwierig und kostspielig, wenn ich die Kurs- und Reisekosten zusammennehme. Aber es gibt auch Online-Kurse der RSN, und meist am Mitwochabend Online-Vorträge für kleines Geld, über verschiedene Epochen und Projekte. Spannend, dass auch in der Ölmalerei die Methode verwendet wird, und Kristina schreibt sogar vom Kulissenmalen im Theater! Ach, ich liebe es, wenn so ein unscheinbares Thema solche Kreise zieht. Sei herzlich gegrüßt! Gabi
Liebe Gabi, es ist ganz schön aufwendig ein Stickmuster, vor allem wenn es größer ist, auf Stoff zu übertragen. Da hast dir viel Mühe gemacht. Die kleine Blüte gefällt mir sehr.
Das Pausen von sehr großen Mustern auf Samt habe ich in der Fahnenstickerei, in der ich ein paar Jahre gearbeitet habe, kennengelernt. Das Profiwerkzeug und das es bis heute keine schnellere Methode der Übertragung gibt, hat mich damals sehr beeindruckt.
In der Bücherei vom Kloster Benediktbeuern kann man die alten Journale des Luxus und der Moden in echt anschauen. Diese kamen zur etwa gleichen Zeit wie das Lady’s Magazine heraus. Es ist spannend, welchen Themen sie sich damals alles widmeten.
Liebe Grüße von Gabi vom langen Faden
Liebe Gabi, bei größeren Stoffstücken ist es wirklich sehr aufwändig. Die Schablone zu pricken geht überraschend schnell, aber man muss dann ja auch noch einmal die Kreidepunkte miteinander verbinden, damit das Muster bis zum Ende der Stickarbeit sichtbar bleibt. Die Kreide geht ziemlich leicht ab, vor allem, wenn man das Werkstück manchmal weglegt und/oder zusammenfaltet. Wie das in einer Fahnenstickerei zugeht würde mich SEHR interessieren. Das würde ich gerne mal in echt sehen. Glaubst du, existiert diese Fahnenstickerei noch? ;lgg
Vielen Dank für die gute Recherche. Werde im neuen Jahr das gerne wieder ausprobieren.
LG
Sehr schön, mach das! Liebe Grüße, Gabi