Schüsselmützen und Kuchentasche

Hauben für Schüsseln in mehreren Größen

Zwei praktische Küchenhelfer stelle ich Euch heute vor: stabile und wasserfeste Abdeckhauben für Schüsseln (auch „Schüsselhauben“, oder klangvoller „Schüsselmützen“ genannt) und ein variables Transport-Tuch für mittelgroße und große Kuchenbehältnisse.

Bei Ingrid Nähkäschtle und Freundinnen läuft noch ein paar Tage lang die Aktion Wir machen klar Schiff – in der Küche, mit vielen hübschen und praktischen Ideen zur Stoffresteverwertung. Diese Aktion war mein Ansporn, einige Projekte umzusetzen, die schon lang, nein: SEHR lang auf meiner Wunschliste stehen.

Schüsselmützen oder „Bowl bonnets“

Die Reste vom Mittagessen (wenn etwas übrig bleibt) füllen wir meist aus dem Kochtopf in Keramikschüsseln um, um sie dann am Abend zu aufzuessen. Damit das Essen nicht eintrocknet, decken wir die Schüsseln ab, meist mit einem kleinen Teller oder einem Silikon-Deckel, manchmal auch mit einer Klarsichtfolie.

Um Plastikmüll zu reduzieren, wollte ich schon seit Langem waschbare und wiederverwendbare Abdeckungen für die am häufigsten verwendeten Schüssel- und Topfgrößen nähen! Auf Pinterest laufen sie unter der Bezeichnung bowl bonnets. Und tatsächlich meinte meine Tochter, irgendwie sähe so eine Hülle aus wie die Haube, die der Wolf bei Rotkäppchen als Großmutter auf hat. (Sie hat Recht.)

Unsere Schüsselmützensammlung.

Im Netz findet man viele Anleitungen, wo zwei Lagen Stoff zusammengenäht werden und am Rand ein Gummi in einen Tunnel eingezogen, wie hier bei Kullaloo. Ich bin aber einen anderen Weg gegangen, weil der Stoff, den ich verwendet habe, nicht franst. Ich habe ihn einlagig verwendet. Das Material nennt sich PUL, aus dem häufig Überzug-Hosen für Stoffwindeln genäht werden. Es ist wasserdicht beschichtet und kaum dehnbar. (Gekauft hatte ich den Stoff für ein Taschenprojekt, er wurde auch noch NICHT für Babywindelzwecke verwendet. 😉 )

Nachgelesen habe ich: Die Stoffe sind mit Polyurethan beschichtet. Das ist zwar lebensmittelecht, soll aber nicht mit kochenden Speisen oder Flüssigkeiten in Kontakt kommen und eignen sich NICHT als Gefrierbehälter oder für die Mikrowelle. Also werden wir die Hauben wirklich ausschließlich zum Abdecken verwenden.

Die Größe der Schüssel bestimmt die Größe der Mütze.

Ich habe die Schüsseln, die wir häufig verwenden, abgemessen und den halben Durchmesser (also den Radius ) + 4 cm Rand in den Zirkel genommen. Der Zirkel-Aufsatz für Stifte, den ich noch aus meiner Schulzeit besitze, ist dafür ein wunderbares Tool! Darin habe ich einen Permanentmarker eingespannt.

Ich habe mir jeweils die Kreismitte markiert. Dann einen Kreis mit dem äußeren Umfang gezogen und einen zweiten Kreis 2 cm weiter innen, als Markierungslinie für den Gummizug.

Auf die Markierungslinie habe ich dann einfach einen 1 cm breiten Einzuggummi unter Zug aufgenäht, direkt von der Rolle, ohne ihn vorher abzumessen. Weil meine Maschine beim Zickzack-Stich laufend Stiche ausgelassen hat (obwohl ich eine Mikrotex-Nadel verwendet habe), habe ich dann einfach einen gewöhnlichen Geradstich genommen. Wer schon einmal Gummi auf Badesachen oder Unterhosen genäht hat, kennt das Prinzip. Ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung und nicht besonders gleichmäßig geworden, aber das fällt im Endeffekt gar nicht auf.

Freihand Gummi aufnähen: Einfach fest dehnen, während der Stoff glatt durch die Maschine läuft.

Aus den 50 cm Stoff habe ich zwei große, drei mittlere und drei kleine Abdeckungen herausbekommen, und es ist noch etwas übrig geblieben! Mit Aufzeichnen, Zuschneiden und Nähen habe ich eine gute Stunde gebraucht.

Zwar nicht plastikfrei, aber hübscher als Einmal-Plastikfolie, waschbar und wiederverwendbar.

Das ist drin

  • Schnitt/ Anleitung: selbst entworfen
  • Material: 50 cm PUL (Polyester mit einer Beschichtung aus Polyurethan, es gibt sicher umweltfreundlichere Alternativen wie Wachstuch o.ä.; ich hatte das halt zu Hause), ca. 10,- Euro; 3 Meter Einziehgummi ca. 2,50 Euro
  • gekauft bei: Stoffwerkstatt in Graz (Kauf lokal!)
  • Werkzeug: Nähmaschine
  • Arbeitszeit: 1 Stunde

Kuchentragetasche

Weil ich gerade im Schwung war und wir Kuchen gebacken hatten, musste auch gleich noch eine Kuchentrage her. Vor langer, langer Zeit habe ich das Video einer Brasilianierin auf Facebook gesehen. Die Maße habe ich mir selbst zurechgelegt.

Das Prinzip ist ganz einfach: Auf ein Stoffquadrat wird diagonal ein Henkel genäht, an die anderen beiden Ecken kommen zwei Ringe. Ich habe kleine Vorhangringe aus Plastik verwendet, die mitgewaschen werden können.

Die Abmessungen der Kuchentasche: 60×60 cm

Weil mein Stoff so dick und stabil ist, habe ich die Stoffkanten gar nicht umgeschlagen, sondern sie einfach nur mit Zickzack versäubert. Wenn der Stoff dünner wäre, oder zum Beispiel zweilagig verstürzt und gequiltet, würde ich an jeder Kanten noch 1 cm Nahtzugabe hinzufügen.

Die Grundlage für den Henkel war ein Stoffstreifen mit 72×8 cm. Den habe ich längs in der Mitte gefalte und an beiden Längsseiten je einen Zentimeter nach innen umgebügelt. Dann die beiden Kanten aufeinandergesteppt, sodass das Ergebnis ein Streifen von 72×3 cm ist. Den Streifen legst Du diagonal auf den Stoff und schlägst die beiden Enden jeweils 2 cm nach unten um. Am Grundstoff feststeppen.

An die beiden anderen Ecken kommt jeweils ein Ring: Ich habe die Ecke durch den Ring gezogen und einfach mit Zickzack-Stich fixiert.

Das zu transportierende Behältnis wird dann in die Mitte des Tuchs gestellt, und der Henkel von unten durch die beiden Ringe gefädelt. Das ist so flexibel, dass viele Behältnisse unterschiedlicher Höhe, Länge und Breite damit getragen werden können. Dabei wird der Henkel – je nach Umfang des Behältnisses darin – entsprechend länger oder kürzer, zwei Beispiele:

Ein kleines Video zum Schluss, damit Du Dir das Prinzip der Tasche besser vorstellen kannst:

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Ich bin sehr zufrieden und freue mich über meine neuen Küchenhelferleins. (So wird die Zeit des Wartens, bis wir wieder raus düfen, ein wenig verkürzt!)

Ich hoffe, ich konnte Dich inspirieren und freue mich auf’s Wiederlesen!

Das ist drin

  • Schnitt/ Anleitung: selbst entworfen nach Augenmaß
  • Material: Ein Rest dicker Baumwollstoff vom Möbelschweden; zwei kleine Vorhangringe vom Möbelschweden (3,5 cm Durchmesser), beides aus dem Vorrat
  • Verbrauch: ein Quadrat 60×60 cm + ein Streifen 72×8 cm
  • Kosten: ?? aus dem Vorrat
  • Werkzeug: Nähmaschine
  • Arbeitszeit: 25 Minuten
  • Empfehlung: Geht ganz schnell, ist superpraktisch!

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14 Kommentare

  1. Also Gabi das ist genial … ich liebe jetzt schon diese Trage für die diversen Behältnisse … sowas brauche ich unbedingt, das wandert auf meine Liste, zu so einem Projekt habe ich auch gerade Lust! Vielen Dank für diese schönen Ideen! Liebe Grüße Ingrid

    • Super, liebe Ingrid, das freut mich sehr, dass Dir die Trage so gefällt! Sie ist auch wirklich ganz fix genäht UND praktisch, solche Sachen liebe ich ja. Liebe Grüße, Gabi

  2. Sigrid Prenner

    Hallo Gabi! Schüsselmützen hab mich mal welche geschenkt bekommen, benutze sie aber nie! Ab und zu spielen meine Mädchen damit … Die Kuchentragetasche finde ich genial. So eine muss ich nähen, meine Mutter bringt mir ab und zu Kuchen … oder Lasagne …. 🙂 Danke fürs Zeigen!
    Liebe Grüße, Sigrid

    • Ja, Lasagne ist eine gute Anwendung! Den großen Bräter, den ich zum Schluss im Tuch zeige, benutzen wir auch immer für Lasagne. (Respektive der Göttergatte, weil der bei uns für die Lasagne zuständig ist.) Das finde ich eine gute Idee, es Deiner Mutter zu erleichtern, Dir Kuchen zu bringen. Sobald sie wieder darf… Liebe Grüße, Gabi

  3. Liebe Gabi, ich mag ja diese einfache, aber geniale Lösung des Kuchentragetuchs! Bei allen anderen ist frau mit der Größe ja doch irgendwie festgelegt, da nicht. Und die Häubchen sind echt schick, wenn der Stoff schonmal da ist, kannst Du ihn ja auch verarbeiten und so ist es auch noch praktisch.
    Alles Liebe für Dich und die Deinen
    Katrin

    • Eben! Ich mag flexible Sachen sehr gerne, und das Kuchentragetuch ist genau so etwas. Alles Liebe auch für Dich! Liebe Grüße, Gabi

  4. Liebe Gabi,
    bisher drücke ich mich ja um Abdecktücher o.ä. . Deine einfache Nähweise finde ich gut, da ohne viel Schnickschnack und einfach dem Nutzen entsprechend.
    Ich decke meine wenigen Reste mit einem zur Schüssel passenden kleinen Teller ab. Und dann habe ich mir drei Porzellanschüsseln mit Silikondeckel gekauft. Jetzt bräuchte ich nur noch Reste…..
    Liebe Grüße
    Ines

    • Liebe Ines, wenn Du nicht viele Reste hast (weil Deine vielen Männer sowieso alles sofort auffuttern), brauchst du ja auch keine Abdeckungen, nicht wahr? Wir hatten vor einiger Zeit ein Set Abdeckhauben aus Siliion mit verschiedenen Umfängen gekauft. Nachteil: Die passten nur zum Teil auf unsere häufig verwendeten Schüsseln, und zwei sind auch schon vom Rand her eingerissen, sodass wir sie entsorgen mussten. Wenn Du dringend Abdeckungen brauchst, wirst Du an meinen Artikel denken und hierher zurückkommen. 🙂 Liebe Grüße, Gabi

  5. 3he fecit

    Liebe Gabi,
    Die Kuchentransporttasche ist so simpel wie super. Danke 🙂
    Fürchte, die werde ich gleich für eine Freundin nähen müssen
    Liebe Grüße vom einen Ende des Viertels zum anderen Heike

    • Mach das! Geht sehr schnell und ist superpraktisch! Im Original-Video auf FB sieht mir die Tasche nach mindestens zweilagig und mit einem hübschen Quiltmuster versehen aus. Aber nachdem ich einen festen Tischdeckenstoff/ Canvas verwendet habe, konnte ich sie noch einmal einfacher halten. Liebe Grüße ans andere Ende des Viertels! Ich hoffe, wir sehen uns am Wochenende (virtuell). Liebe Grüße, Gabi

  6. Hihi, wie früher. Meine Mutter und Oma hatte so was in durchsichtig mit bunten Pünktchen. Vor Frischhaltefolie waren die viel in Benutzung. Wachstuch kannst Du dafür auch verwenden, also die mit Bienenwachs, wenn Du es ohne Plastik haben möchtest. Aber keine Ahnung, wie man das nähen kann.
    Ich Find so was jedenfalls super!
    Liebe Grüße Euch…
    Liebe Grüße
    Nina

    • Stimmt! Jetzt, wo du’s sagst: Meine Mutter hatte auch solche mit Gummi am Rand, aus durchsichtigem Plastik, du hast Recht! Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Hätte ich Bienenwachs daheim, hätte ich wahrscheinlich schon die Anleitung von Ingrid (Nähkäschtle) umgesetzt. Da gibt es auch Tücher, die man einfach um die Schüssel in Form drücken kann. Aber ich hatte das PUL (gekauft eigentlich für eine wetterfeste Tasche) zu Hause und wollte es aufbrauchen, von daher… Liebe Grüße, Gabi (Paket ist angekommen! Danke!!!)

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